Kitzbühel

Kitzbühel, gesprochen Kitzbühl, ist eine Stadt mit 8134 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012) im nordöstlichen Tirol, Österreich. Kitzbühel liegt rund 100 km östlich der Landeshauptstadt Innsbruck, ist Bezirkshauptstadt des Bezirks Kitzbühel und liegt an der Kitzbüheler Ache, mitten in den Kitzbüheler Alpen. International bekannt ist sie als einer der bedeutendsten Wintersportorte Österreichs. Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Kitzbühel.

Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Kitzbühel
Kfz-Kennzeichen: KB
Fläche: 58,02 km²
Koordinaten: 47° 27′ N, 12° 24′ OKoordinaten: 47° 26′ 47″ N, 12° 23′ 31″
Höhe: 762 m ü. A.
Einwohner: 8.134 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 140 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6370
Vorwahl: 05356
Gemeindekennziffer: 7 04 11
Adresse der Gemeindeverwaltung: Hinterstadt 20, 6370 Kitzbühel
Website: www.kitzbuehel.eu

Geografie
Stadtgliederung

Das Stadtgebiet gliedert sich in folgende Orte und Weiler: Am Horn, Aschbachbichl, Badhaussiedlung, Bichlach, Ecking, Felseneck, Griesenau, Griesenauweg, Gundhabing, Hagstein, Hausstatt, Henntal, Jodlfeld, Kaps, Mühlau, Obernau, Schattberg, Seereith, Siedlung Frieden, Am Sonnberg, Sonnenhoffeld, Staudach, Stockerdörfl, Zephirau.
Nachbargemeinden

Aurach bei Kitzbühel, Jochberg, Kirchberg in Tirol, Oberndorf in Tirol, Reith bei Kitzbühel, St. Johann in Tirol, Fieberbrunn

Geschichte

In der späten Bronzezeit (1100–800 v. Chr.) wurde das Gebiet um Kitzbühel von Illyrern besiedelt, die nach Kupfererz schürften.

Um das Jahr 15 v. Chr. breiteten sich die Römer unter Kaiser Augustus bis über den Alpenraum aus und errichteten die Provinz Noricum. Nach dem Zerfall des weströmischen Reiches wurde das Gebiet um 800 von Bajuwaren besiedelt, die die Wälder rodeten.

Im 12. Jahrhundert wurde der Name Chizbuhel erstmals in einer Chiemseer Urkunde (dort ist von einem Marquard von Chizbuhel die Rede) erwähnt, wobei Chizzo eine bayerische Sippe bezeichnet und Bühel die geographische Lage der Siedlung auf einer Anhöhe. Hundert Jahre später bezeugt eine Quelle die Vogtei des Stiftes Bamberg in Kicemgespuchel; in der Stadterhebungsurkunde von 1271 wurde der Ort Chizzingenspuehel genannt.

Kitzbühel kam 1255 mit der ersten bayerischen Landesteilung zu Oberbayern, Herzog Ludwig II. verlieh Kitzbühel am 6. Juni 1271 das Stadtrecht und die Stadt wurde mit einer wehrhaften Mauer befestigt. Da sich Kitzbühel aber in den nächsten Jahrhunderten durch seine Lage zwischen Pass Thurn und Chiemgau als Handels- und Marktplatz etablierte, stetig wuchs und von kriegerischen Auseinandersetzungen verschont blieb, wurden die Mauern auf Höhe des ersten Stockes abgetragen und zum Bau von Wohnungen benutzt.

Die Heirat von Margarete von Tirol mit dem bayerischen Herzog Ludwig dem Brandenburger im Jahr 1342 vereinte Kitzbühel vorübergehend mit Tirol, das durch die Eheschließung bis zum Tode Ludwigs zu einem bayerischen Nebenland wurde, bis die Stadt nach dem Schärdinger Frieden 1369 wieder an Bayern abgetreten wurde. Durch die bayerischen Landesteilungen gelangte Kufstein an die Landshuter Linie der Wittelsbacher. Während dieser Zeit wurde der Bergbau in Kitzbühel systematisch voran getrieben und ein umfassendes Bergrecht erlassen, das später für das gesamte bayerische Herzogtum von Bedeutung werden sollte. Am 30. Juni 1504 kam Kitzbühel dauerhaft an Tirol, nachdem sich Kaiser Maximilian als Gegenleistung für seinen Kölner Schiedsspruch, der den Landshuter Erbfolgekrieg beendete, die vormals Landshuter Ämter Kitzbühel, Kufstein und Rattenberg vorbehalten hatte. In den drei genannten Orten galt aber bis in das 19. Jahrhundert weiterhin das Landrecht Ludwigs des Bayern, so dass diese Städte innerhalb Tirols eine juristische Sonderstellung einnahmen. Maximilian verpfändete Kitzbühel, und so gelangte es Ende des 16. Jahrhunderts unter die Herrschaft der Grafen von Lamberg bis zum 1. Mai 1840, als Kitzbühel feierlich an den Staat übergeben wurde. Vom Schwedischen Krieg (1630–1635) zeugt die Inschrift „Bis hierher und nicht weiter kamen die schwedischen Reiter“ (historisch nicht bezeugbar) in der Schwedenkapelle.

Die Kriege des 18. und 19. Jahrhunderts gingen an der Stadt vorüber, wenngleich sich auch Kitzbühler an den Tiroler Befreiungskämpfen beteiligten. Kitzbühel gelangte erneut zu Bayern, als Kaiser Franz I. im Frieden von Pressburg Tirol an Bayern abtrat. Nach dem Sturz Napoleons wurde es auf dem Wiener Kongress wieder mit Österreich vereint.

Als Kaiser Franz Joseph schließlich die verworrenen Verfassungsverhältnisse ordnete und im Jahre 1875 die Salzburg-Tiroler-Bahn fertiggestellt wurde, erfuhr die Stadt einen Aufschwung in Wirtschaft und Industrie. Kitzbühel hatte das Glück, im Ersten und Zweiten Weltkrieg von Zerstörungen verschont zu bleiben.

Die Gemeinde ist seit 2000 Mitglied im Klimabündnis Tirol.

Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museen und Ausstellungen

Das Museum Kitzbühel bietet für alle Besucher einen Einblick in die Geschichte und Kultur der Stadt und Region Kitzbühel. Im obersten Geschoss des Hauses befindet sich die Galerie Alfons Walde, in der dreißig herausragende Gemälde des Künstlers präsentiert werden.

Im Winter 2004 gelang es der Stadtgemeinde Kitzbühel, dass die Ausstellung der United Buddy Bears auf ihrer Welttournee im Tennisstadion Station machte, bevor diese – unter der Bezeichnung „The Art of Tolerance“ – in Metropolen auf allen fünf Kontinenten präsentiert werden konnte.

Sehenswürdigkeiten

Katharinenkirche: 1360–1365 erbaut, hochgotische Kirche mit Kupferschmiedaltar im Herzen der Stadt; der hohe Turm mit Spitzhelm ist markanter Blickpunkt des Stadtzentrums, das Glockenspiel ist um 11:00 und 17:00 Uhr zu hören.
Stadtpfarrkirche Kitzbühel und Liebfrauenkirche
Evangelische Christuskirche in Kitzbühel, 1962 erbaut von Clemens Holzmeister
Tanzcafe Reisch: 1928 erbaut von Lois Welzenbacher (Architekt der Tiroler Moderne); von ihm stammt auch das Arzthaus Plahl
Berghaus Holzmeister am Kitzbühler Hausberg Hahnenkamm; erbaut 1930 als Gästehaus von Clemens Holzmeister
Berghaus von Alfons Walde, 100 m entfernt
Fresko von Max Weiler (1951) in der Volksschule Kitzbühel
3S-Bahn der Firma Doppelmayr
Wirtschaft und Infrastruktur
Tourismus

Kitzbühel, am Fuße des Hahnenkammes (1712 m) und des Kitzbüheler Horns (1996 m) gilt als eines der bedeutendsten Wintersportzentren in Österreich. Gemeinsam mit den Skipisten und Liften im benachbarten Kirchberg in Tirol, Jochberg und am Pass Thurn weist Kitzbühel eines der größten zusammenhängenden Skigebiete Österreichs auf. Mit rund 10.000 Hotel- und Pensionsbetten besitzt Kitzbühel mit seinen Nachbarorten auch eine ungewöhnlich hohe Fremdenbettendichte.

Den Urlaubern in Kitzbühel stehen im lokalen Skigebiet 56 Seilbahn- und Liftanlagen sowie 168 Pistenkilometer zur Verfügung, hinzu kommen für die Langläufer 40 Loipen-Kilometer.

Im Sommer gibt es 120 km mit dem Mountainbike und 500 km mit den Wanderschuhen zu erkundschaften.

Weitere Attraktionen sind die sechs Tennis- und vier Golfplätze, das Kitzbüheler Schwimmbad, Österreichs einzige Curlinghalle sowie der Schwarzsee.

Besondere Erwähnung verdient der Tourismus im Hochpreissegment, da viele Prominente und der Jetset unter anderem zur Zeit des Hahnenkammrennens hierher kommen.

Sport

Zahlreiche erfolgreiche Sportvereine und Sportgroßveranstaltungen tragen zur Bekanntheit von Kitzbühel bei. Hierzu zählen insbesondere:

- das Hahnenkammrennen (Abfahrtslauf auf der Streif, Slalom am Ganslernhang, Super G auf der Streif), welches jährlich 80.000-100.000 Besucher anlockt und für die Region rund 30 Millionen Euro Wertschöpfung bringt. Im Jahr 2005 haben 700 Medienvertreter aus 35 Nationen von den Rennen berichtet.
- das Austrian Open Kitzbühel (ATP-Tennisturnier der Herren), welches jedes Jahr im Juli stattfindet.
- der EC Kitzbühel, der momentan in der Tiroler Eliteliga spielt. Seit Dezember 2006 spielt der EC Die Adler Kitzbühel in der neuen Eishalle im Sportpark.
- der KCC (Kitzbühel Curling Club), der als der bekannteste Curling-Club in Österreich gilt.
- Der Schwarzsee, in dem jeden August der Weltmeisterschaftsserien-Triathlon beginnt, mit dem Wilden Kaiser.

Am Kitzbüheler Schwarzsee fanden in den Jahren 2007 und 2008 Weltcup-Triathlons statt, seit 2009 ist der Ort einer von acht Austragungsorten der Triathlon-Weltmeisterschaftsserie, und zwar der einzige, der nicht in einer Millionenstadt angesiedelt ist.

Auf der Münichauer Wiese findet jedes Jahr im Jänner, eine Woche vor dem Hahnenkamm-Rennen, das weltgrößte Snow-Polo Turnier mit Spielern aus aller Welt statt.

Außerdem führt jährlich eine Etappe der Österreich-Rundfahrt auf das Kitzbüheler Horn.

Städtepartnerschaften
Greenwich in den Vereinigten Staaten, seit 1961
Yamagata in Japan, seit 1963
Sun Valley in den Vereinigten Staaten, seit 1967
Sterzing in Südtirol, seit 1971
Rueil-Malmaison in Frankreich, seit 1979
Bad Soden am Taunus in Deutschland, seit 1984

Historische Schwesterstädte Kitzbühels, Städte, denen 1393 wie Kitzbühel das Stadtrecht von München verliehen wurde, sind:
Ingolstadt
Landshut
Kufstein
Rattenberg

Söhne und Töchter
Benedikt Anton Aufschnaiter (1665–1742), Komponist
Peter Aufschnaiter (1899–1973), Bergsteiger, Tibetforscher, Agraringenieur und Kartograf
Martin Comploi (* 1975), Radrennfahrer
Jörg Friedrich (* 1944), Schriftsteller und Hobby-Historiker
Guido Eilenberger (* 1940), Betriebswirtschaftler und Hochschullehrer
Markus Gandler (* 1966), Skilangläufer
Eva Ganster (* 1978), Skispringerin
Johann Grander (1930–2012), Unternehmer
Georg Grünwald (~1490–1530), Reformator
Christl Haas (1943–2001), Skirennläuferin
Ernst Hinterseer (* 1932), Skirennläufer
Hansi Hinterseer (* 1954), Skirennläufer und Schlagersänger
Andreas Hölzl (* 1985), Fußballer
Herbert Huber (1944–1970), Skirennläufer
Ernst Insam (* 1927), Künstler
Karl Koller (* 1919), Skirennläufer und Skilehrer
Walter Krabichler (1937-2001), Künstler
David Kreiner (* 1981), Nordischer Kombinierer
Anderl Molterer (* 1931), Skirennläufer
Toni Sailer (1935–2009), Skirennläufer und Filmschauspieler
Pepi Salvenmoser (* 1926), Skirennläufer und Trainer
Willi Steindl (* 1992), österreichischer Rennfahrer
Roman Johann Strobl (*1951), Bildhauer
Klaus Sulzenbacher (* 1965), Nordischer Kombinierer
Alfons Walde (1891–1958), Künstler

Bekannte Einwohner von Kitzbühel

Werner Baldessarini, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Hugo Boss AG
Trude Dreihann-Lechle (*1919), Skirennläuferin, Filmschauspielerin, Kamerafrau
Uschi Glas, deutsche Schauspielerin
Karl-Heinz Grasser, österreichischer Ex-Finanzminister
Fiona Pacifico Griffini-Grasser, Erbin des Swarovski-Konzerns
Haddaway, Musiker und Sänger
Heino & Hannelore, Schlagersänger
Michael Killisch-Horn (* 1940), Kurdirektor, Die Stimme des Hahnenkamms
Josef Martin Lengauer (1727/1728–1793), Bildhauer
Leni Riefenstahl (1902-2003) Filmemacherin, Photographin, Filmschauspielerin, Tänzerin
Rosi & Leo, ein österreichisches Duo der volkstümlichen Musik
Ireen Sheer, Schlagersängerin

Quelle: Auszüge aus Wikipedia.com